Archiv für März 2014

Verharmlosung von Pädophilie

Es gibt eine neue Sünde. Sie heißt „Verharmlosung von Pädophilie“. Ein schweres Vergehen, dafür werden Accounts von Moderatoren auf Moderation gesetzt:

Wir haben Ihren Account auf „Moderation“ gestellt, das heißt, Ihre Kommentare werden in Zukunft von uns vor Veröffentlichung kontrolliert. Grund dafür ist eine Verharmlosung von Pädophilie. Unsere Entscheidung werden wir nicht näher begründen.

Wir finden es gut, wenn Sie leidenschaftlich debattieren, und möchten Ihnen Freiraum geben zu kommunizieren. Aber damit eine Debatte erhalten bleibt, braucht es einen angemessenen Umgangston, darum halten Sie sich bitte an unsere Netiquette (www.taz.de/netiquette).

In der Netiquette ist allerdings nicht zu finden, was an der wohl angeboren Neigung namens Pädophilie so schrecklich ist, dass man das nicht verharmlosen darf.

Ein anderer Nutzer protestierte dagegen. Es nutzte nichts:

… wir bewerten Ihre Kommentare als Verharmlosung von Pädophilie und bleiben bei unseren Entscheidungen. Die beiden Kommentare bleiben gelöscht und Ihr Account auf Moderation.

Und in der aktuellen Debatte, um die es ging, wurden offenbar auch eine ganze Menge Kommentare gelöscht. So gab es auch den folgenden Kommentar

Wenn ich Journalist wäre und würde Herrn Gieseking befragen, ich denke, ich würde ihm diese entscheidenden Fragen stellen:

1. Wie gestaltet sich die Beziehung zwischen einem pädophilen Erwachsenen und einem 3-, 7-, 12-jährigen Kind? Welche Rolle und welche Position nimmt der Erwachsene ein und welchen Stellenwert haben die Bedürfnisse des Kindes?

2. Wie gestaltet sich hier insbesondere eine Beziehung auf „Augenhöhe“?

3. In wiefern verändern sich die Gefühle des Pädophilen zu diesem heranwachsenden Menschen?
4. Welche Konsequenzen hat für die Beziehung?
5. Inwiefern sind Pädophile sich ggf. ihrer Rolle als wichtige Bezugsperson bewusst und welche Konsequenzen hat das für die Zeit, sobald das Kind erwachsen geworden ist?

6. Wie sieht ein „Nein“ eines 3-, 7- und 12-jährigen Kindes aus? welche Konsequenzen hat es für eine pädophile Beziehung, wenn das Kind nicht sexuell interessiert ist? Wie stellt ein pädophiler sicher, dass ein Kind seine Bedürfnisse hierfür klar äußert und nicht nur „mitmacht“, wie einige Opfer sexueller Gewalt es schildern?

7. Wie stellt ein Pädophiler sicher, dass das von ihm begehrte Kind durch ihn keine Traumatisierungen erleidet und in wie weit ist er bereit, Verantwortung zu übernehmen, wenn dies doch passiert?

8. Hätte er alsIch weiß nicht, welche Fragen Die Redakteurin gestellt hat, vermutlich waren es andere. Kind gerne Sex mit einem Erwachsenen gehabt?

9. Warum gibt es nahezu keine Menschen, die als Kind sexuelle Kontakte zu Pädophilen hatten und heute positiv darüber sprechen?

10. Kennen Sie welche? Ich würde gerne einmal mit so einer Person sprechen. Besser zweien.

Das sind so Fragen, die ich an so jemanden wie Herrn Gieseking hätte und ich würde mir die Antworten sehr genau durchlesen, um die Legitimität seiner Forderungen Bewertung zu können.

eine Antwort zu lesen, deren genauer Text nicht gespeichert wurde, allerdings auch unwichtig ist, weil er nur einen Link auf die eigentliche Antwort enthielt:
http://mackay.blogsport.de/2014/03/14/kleines-interview-2/.

Dort behauptet dann, in einem Kommentar, Dieter Gieseking, folgendes:

Wenn sich jemand wundern sollte, warum dort wieder pro-pädophile Meinungen zugelassen sind, dann hier die Lösung:
In den Vorbereitungsgesprächen zu dem Artikel habe ich eine offene und Pro- und Contra Debatte bei der taz zur Bedingung gemacht. Daran hat sich die taz offensichtlich gehalten. Ob dies jetzt auch bei weiteren Artikeln zu unserem Thema so bleiben wird, muss abgewartet werden.

Es deutet vieles darauf hin, dass nur ein recht kleiner Teil der Pro-Beiträge zugelassen wurde. Wir werden sehen.